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Russland warnt vor Weltkrieg: Wie real ist die Gefahr vor einem Einsatz von Atomwaffen?

Tagesthema - 26.04.2022 | 4 Perspektiven

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat angesichts des Krieges in der Ukraine vor der realen Gefahr eines Weltkrieges gewarnt. Berichten der russischen Nachrichtenagentur INTERFAX am Montagabend zufolge meinte Lawrow: „Die Gefahr ist ernst, sie ist real, sie ist nicht zu unterschätzen.“ Lawrow hatte kommuniziert, dass jede Waffenlieferung an die Ukraine von ihm als berechtigtes Angriffsziel gesehen werden würde.

„Wie könnte es anders sein?“, kommentierte er in einem Interview, das im russischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde: „Wenn die Nato über einen Stellvertreter de facto in einen Krieg mit Russland tritt und diesen Stellvertreter bewaffnet, dann tut man im Krieg, was man im Krieg tun muss.“ Während in etlichen Medien die Warnung Lawrows auf den Titelseiten prangt, reagieren Politiker:innen aus den NATO-Staaten auf die Warnungen des russischen Außenministers bewusst gelassen. Wenn Russland den Dritten Weltkrieg androhe, dann sei das ein klares Zeichen dafür, dass die Ukraine Erfolg habe, schrieb der lettische Außenminister Edgars Rinkevics auf Twitter.

Um über eine mögliche Waffenruhe und dringende Schritte der Deeskalation zu sprechen, trafen sich heute UN-Generalsekretär und Lawrow im Kreml. Später kam Guterres auch mit Präsident Putin zusammen. Das Treffen soll etwas eine Stunde gedauert haben. Guterres teilte danach mit, der Präsident habe grundsätzlich der Beteiligung der Vereinten Nationen und des Internationalen Komitees für das Rote Kreuz an der Evakuierung von Zivilpersonen aus dem Asow-Stahlwerk in Mariupol zugestimmt. Von Putin hieß es, Russland hoffe weiterhin auf eine „friedliche Lösung“.

Ebenfalls an diesem Dienstag fanden sich Vertreter:innen von rund 40 Staaten auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in Ramstein zusammen. Ziel der Versammlung sollte es sein, gemeinsam darüber zu beraten, wie „die dauerhafte Sicherheit und Souveränität der Ukraine“ sichergestellt werden könne. Dabei betonte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin, er setze „Himmel und Erde“ in Bewegung, um die Ukraine im Kampf gegen Russland zu unterstützen.

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