Perspektive

zur Debatte vom 16. November 2025
Sollte die verbale sexuelle Belästigung Catcalling strafbar werden?
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Alltag als Frau: „Ein Anmachspruch ist eben oft nicht nur ein Anmachspruch“

Die Perspektive in 30 Sekunden

Sexistisches Verhalten von Männern führt dazu, dass misstrauischer geworden ist. Welche Gedanken sie im Alltag umtreiben, hat die freie Journalistin in einer Kolumne bei der links ausgerichteten TAGESZEITUNG (TAZ) beschrieben.

Dabei schildert sie, dass ein Anmachspruch für sie früher in erster Linie nur das gewesen ist – kurz nervig, aber auch schnell wieder vergessen. Damals habe sie die Männer noch zurechtgewiesen, dazu habe sie aber keine Kraft mehr. „Stattdessen halte ich die Luft an, schalte in den Abwehrmodus: Ignorieren, weitergehen. Hoffen, dass er es auch tut.“ Wenn sie nachts unterwegs ist, schaut sie laut eigener Aussage genau hin, wo sich Männergruppen aufhalten, und ob sie womöglich Gefahr ausstrahlen.

Die Autorin ist sich durchaus bewusst, dass sie Männer dadurch ein Stück weit unter Generalverdacht stellt. „Natürlich weiß ich, dass die meisten Männer mir nichts Böses wollen“, räumt sie ein. „Aber zu oft hat sich ein mulmiges Gefühl bestätigt, zu oft ist vermeintliche Paranoia wahr geworden.“ Für sie ist das Misstrauen gegenüber Männern daher keine Anklage – sondern Selbstverteidigung.

Anmerkung der Redaktion

ist eine deutsche Journalistin. Sie hat an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz Journalismus studiert. Als Kolumnistin arbeitet sie vor allem für DIE TAGESZEITUNG (TAZ). Ihre Artikel behandeln vor allem soziale und gesellschaftliche Themen.

Die TAGESZEITUNG (TAZ) ist eine überregionale deutsche Tageszeitung mit Hauptsitz in Berlin. Sie wurde 1978 als alternative, selbstverwaltete Zeitung gegründet – unter anderem vom Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele. Die Zeitung hat sich besonders in ihrer Anfangszeit an Linke, Studierende, Grüne und die Hausbesetzer-Bewegung gerichtet. Erklärtes Ziel der TAZ ist es seither, eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Sie gehört heute zu den zehn größten überregionalen Tageszeitungen in Deutschland, mit einer verkauften Auflage von rund 33.000 Exemplaren (3/2025, IVW). Seit Oktober 2025 erscheint die TAZ unter der Woche nur noch digital, lediglich die Wochenendausgabe wird noch gedruckt. Die Webseite der TAZ verzeichnete im März 2026 17,2 Millionen Zugriffe monatlich (Quelle: Similarweb). Das Goethe-Institut verortet die TAZ als „grün-linkes“ Blatt und betont besonders die oft sehr kritische Berichterstattung der Zeitung. Die TAZ hat sich online gegen Bezahlschranken entschieden und gibt Lesenden auf ihrer Website freiwillig die Option, zu zahlen. Außerdem bietet sie ein reguläres Abonnement mit drei unterschiedlichen Preisstufen in einem sogenannten „Soli-Preis-System“ an, bei dem Abonnent:innen selbst entscheiden können, wie viel sie zahlen. 1980 beschloss die Belegschaft der TAZ die erste Frauenquote Deutschlands (52 Prozent aller Planstellen in jedem Bereich). 2014 wurde die TAZ zu einer Entschädigungszahlung dafür verurteilt, dass sie eine Volontariatsstelle nur für Frauen ausgeschrieben hatte und männliche Bewerber damit laut Urteil diskriminierte. Die TAZ hat neben einigen journalistischen Preisen auch mehrere Rügen des Presserats erhalten. Sie wird seit 1992 genossenschaftlich herausgegeben, um unabhängig von großen Medienunternehmen zu bleiben. Jährlich findet eine Generalversammlung statt, an der jedes der zuletzt über 25.000 Mitglieder teilnehmen kann. Die Chefredaktion teilen sich , und Katrin Gottschalk.

Originalartikel
Catcalling nervt!
DIE TAGESZEITUNG (TAZ)Lea Fiehler
23.08.2025 · 2 Minuten · Deutsch
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