Perspektive

zur Debatte vom 31. August 2021
🗳 Sollte die Änderung des Geschlechtes ohne Gutachten möglich sein?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Der Schutz von Frauen würde untergraben werden

Die Perspektive in 30 Sekunden

Die Filmkritikerin warnt in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG vor den gesellschaftlichen Konsequenzen eines Selbstbestimmungsgesetzes zur Geschlechtsänderung. Es könnte „für falsche Zwecke missbraucht“ werden und damit vor allem den Frauen schaden.

Eine Änderung des Geschlechtseintrages in Deutschland müsse zwar vereinfacht werden, räumt Vahabzadeh ein. Dass dafür aber eine „mündliche Absichtserklärung“ vor dem Standesamt bereits ausreichen soll, gehe zu weit. Denn das würde für zahlreiche Probleme sorgen, argumentiert die Kulturjournalistin.

„Schutzmechanismen und Schutzräume für Frauen“ etwa würden schwer aufrechtzuerhalten sein, wenn sich „jeder unbürokratisch zur Frau ummelden kann“, mahnt Vahabzadeh. So würden DAX-Unternehmen die Frauenquote umgehen können, indem sie einfach Männer im Vorstand als Frauen „eintragen lassen“, überlegt sie. Oder ein männlicher Vergewaltiger sich durch eine Geschlechtsänderung ins Frauengefängnis einsperren lassen. Berechtigte Einwände wie diese würden jedoch „kaum diskutiert“, weil sie schnell als transphob gelten, so Vahabzadeh.

Anmerkung der Redaktion

ist Journalistin und Filmkritikerin. Seit 1997 arbeitet sie als Kritikerin im Feuilleton der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG. Neben der erfolgreichen Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München hat Vahabzadeh in Frankreich Literatur und Politik studiert. Im Jahr 2005 hat DER SPIEGEL sie zu „Deutschlands bekanntesten Filmkritern“ gezählt. In ihrer Karriere hat Vahabzadeh unter anderem dadurch bekannt geworden, dass sie die „Harry Potter“-Verfilmungen wegen mangelnder Selbstironie kritisiert hat. Ein weiteres Beispiel ist ihr Verriss über den Film „Männersache“ von Mario Barth.

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ) ist eine überregionale Tageszeitung aus München und gilt als eines der deutschen Leitmedien. Sie erscheint seit 1945 als Nachfolgerin der MÜNCHNER NEUESTEN NACHRICHTEN und ist besonders durch ihre „Seite Drei-Reportagen“ und die kritische Glosse „Streiflicht“ bekannt. Chefredakteurin ist . Mit einer verkauften Auflage von zuletzt rund 449.000 Exemplaren (IVW Q4/2025) hat sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht an Lesenden gewonnen. Nach der BILD ist sie in Deutschland die am zweitmeisten verkaufte Tageszeitung. Die Website der SZ wurde im März 2026 31,6 Millionen Mal aufgerufen. Die Blattlinie der Zeitung gilt als linksliberal. Zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR und NDR hat die SZ einen investigativen Rechercheverband, der zahlreiche Recherchen veröffentlichte – unter anderem zu Steuerschlupflöchern oder über die Ibiza-Affäre um den damaligen FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache. Seit 2025 hat die SZ eine Partnerschaft mit dem US-Magazin THE ATLANTIC, bei der wöchentlich fünf Texte des Magazins im Original veröffentlicht werden. Für die Aufklärung über die sogenannten „Panama Papers“ erhielten SZ-Journalist:innen 2017 als einziges deutsches Medium einen Pulitzer-Preis für investigative Recherche. Anfang 2024 wurde berichtet, die Chefredaktion habe zur Aufdeckung möglicher Informanten Kommunikationsdaten von Redaktionsmitgliedern überprüfen lassen. Dies löste Kritik aus, unter anderem von Reporter ohne Grenzen, die einen Verstoß gegen den Quellenschutz bemängelten. Die SZ wird seit 1947 von der Süddeutschen Verlags GmbH produziert. Eine Mehrheit am Süddeutschen Verlag (81,3 Prozent) hält die Südwestdeutsche Medien Holding GmbH (SWMH). Weitere 18,8 Prozent entfallen auf die SV Friedmann Holding GmbH, die die Interessen der Münchner Verlegerfamilie Friedmann vertritt.

Originalartikel
Freiheit, die für alle gilt
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ)Susan Vahabzadeh
22.05.2021 · 2 Minuten · deutsch
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