Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollte eine Verantwortungsgemeinschaft neben der Ehe eingeführt werden?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Die Ehe darf kein Monopol mehr sein

Die Perspektive in 30 Sekunden

„Die Ehe darf kein Monopol mehr sein“, verlangt die Schweizer Gerichtskorrespondentin in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ). Schließlich sei es nicht mehr zeitgemäß, dass Beziehungsmodelle neben der Ehe ungeschützt bleiben. Deswegen fordert sie die „Ehe Light“.

Laut Alder gebe es auf Dauer angelegte Beziehungen zwischen Menschen „seit Jahrtausenden“. Neben der Ehe gebe es jedoch mittlerweile eine Vielzahl an anderen Lebensformen, beispielsweise die Patchworkfamilie. Und an dieser „gelebten Realität“ müsse sich der Staat orientieren. Weil das Monopol der Ehe „rechtlich nicht mehr zeitgemäß“ sei, argumentiert sie dafür, die Verantwortungsgemeinschaft als Alternative zur Ehe einzuführen. Die führt laut Alder zu einer Win-win-Situation: Denn erstens bleibe so die Ehe und ihr Rechtsschutz erhalten. Dass dies weiterhin für viele erstrebenswert sei, zeige auch der Kampf um die „Ehe für alle“. Und zweitens fänden Paare, die sich „rechtlich weniger binden wollen“, in der Verantwortungsgemeinschaft eine gute Alternative.

Zudem stärke es auch die Institution der Ehe, wenn eine Verantwortungsgemeinschaft eingeführt werde. Denn wer sich für die Ehe entschließe, auch wenn es Alternativen gebe, der oder die heirate ganz bewusst. Und nicht, um rechtlich „weniger Scherereien“ zu haben.

Anmerkung der Redaktion

(*1985) ist Gerichtskorrespondentin der NEUEN ZÜRICHER ZEITUNG (NZZ). Zuvor arbeitete sie in der Inlandsredaktion der NZZ AM SONNTAG. Die Schweizerin studierte Rechtswissenschaften und absolvierte eine journalistische Ausbildung im Hörfunk.

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) ist eine Schweizer Tageszeitung mit Hauptsitz in Zürich, die 1780 gegründet wurde. Seit 2017 richtet die NZZ ihren Fokus verstärkt auf den deutschen Markt und hat mittlerweile eine Berliner , die eine eigenständige Deutschland-Ausgabe gestaltet. Sie gilt als etabliertes Leitmedium im deutschsprachigen Raum sowie in der Schweiz. Die NZZ wird von EUROTOPICS als liberal-konservativ bezeichnet und hat nach eigener Angabe eine „freisinnig-demokratische“ Ausrichtung. Die NZZ gilt seit langem als das publizistische Sprachrohr des liberalen Bürgertums in der Schweiz und steht der Schweizer FDP politisch am nächsten. Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger sieht sie als konservativ, liberal und bürgerlich. Seit 2015 Chefredakteur wurde, spricht unter anderem der DEUTSCHLANDFUNK von einem „Rechtsrutsch“ in der Berichterstattung. Der NDR befindet, Gujer habe die „NZZ um typisch rechtskonservative Themen und Meinungen erweitert“. Der Jurist und Medienethiker Luis Paulitsch ordnete die NZZ im Jahr 2025 den Mainstream-Medien zu, die teilweise Begriffe oder Feindbilder aus rechtsalternativen Medien aufgreifen und sich inhaltlich daran annähern. Die verkaufte Auflage der NZZ liegt laut aktuellen Zahlen (WEMF 2025) bei 53.771 Exemplaren (werktäglich). Die Zeitung erreicht eine Leserschaft von rund 236.000 Personen. Auf ihrer Webseite erreichte die NZZ im März 2026 laut Similarweb rund 15,4 Millionen Aufrufe. Die NZZ gehört der NZZ-Mediengruppe, die außer ihr weitere Schweizer Titel besitzt.

Originalartikel
Die Ehe darf kein Monopol mehr sein
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ)Kathrin Alder
16.04.2021 · 2 Minuten · deutsch
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