Perspektive

zur Debatte vom 01. Dezember 2024
Können UN-Weltklimakonferenzen (noch) etwas bewirken?
Pro

Die Klimakonferenzen zeugen von globaler Solidarität

Die Perspektive in 30 Sekunden

räumt zwar ein, dass Klimakonferenzen die Erderwärmung nicht stoppen können. „Trotzdem sind sie der zivilisatorischste Akt der Menschheit“, hält der Wirtschaftsredakteur in seinem Essay in der TAZ fest. Erstmals habe die Menschheit mit den Klimakonferenzen nämlich global das „Recht des Stärkeren“ abgeschafft. Vielmehr habe jeder Staat dieselben Rechte, „egal wie groß seine Armee ist“.

Wie der TAZ-Autor erinnert, sagen die reichen Industriestaaten, die den Treibhauseffekt maßgeblich verursachen, den Ländern des sogenannten globalen Südens in jedem Jahr Milliardensummen zu, damit diese mit den Folgen des Klimawandels fertig werden. Reimer lobt dieses Vorgehen als Schuldeingeständnis und Beginn einer Umverteilung von Nord nach Süd.

Zudem gebe es ohne Klimakonferenzen keine verbindlichen Standards, wie die Produktion von Treibhausgasen gemessen und ihre Reduktion kontrolliert werden soll. Reimer erinnert daran, dass weltweite verbindliche Standards ansonsten etwas sehr Seltenes seien. „Man stelle sich einen Moment lang vor, die wäre bei anderen Problemen ähnlich weit“, so Reimer, der als Beispiel die Unterdrückung der Frauen oder die Reduktion von Umweltgiften nennt.

Anmerkung der Redaktion

 ist Journalist und Buchautor. Er ist als Autor bei der TAZ im Zukunftsressort tätig. Er veröffentlicht außerdem als freier Autor für unter anderem DER FREITAG und TELEPOLIS. Zuvor hat er als Chefredakteur für das Online-Magazin KLIMAREPORTER gearbeitet. Von 2000 bis 2011 war Reimer als Wirtschaftsredakteur für die TAZ tätig. Er hat Umwelt- und Energieverfahrenstechnik an der Bergakademie Freiburg, der TU Berlin und der Chemisch-Technischen Hochschule Prag studiert.

Die TAGESZEITUNG (TAZ) ist eine überregionale deutsche Tageszeitung mit Hauptsitz in Berlin. Sie wurde 1978 als alternative, selbstverwaltete Zeitung gegründet – unter anderem vom Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele. Die Zeitung hat sich besonders in ihrer Anfangszeit an Linke, Studierende, Grüne und die Hausbesetzer-Bewegung gerichtet. Erklärtes Ziel der TAZ ist es seither, eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Sie gehört heute zu den zehn größten überregionalen Tageszeitungen in Deutschland, mit einer verkauften Auflage von rund 33.000 Exemplaren (3/2025, IVW). Seit Oktober 2025 erscheint die TAZ unter der Woche nur noch digital, lediglich die Wochenendausgabe wird noch gedruckt. Die Webseite der TAZ verzeichnete im März 2026 17,2 Millionen Zugriffe monatlich (Quelle: Similarweb). Das Goethe-Institut verortet die TAZ als „grün-linkes“ Blatt und betont besonders die oft sehr kritische Berichterstattung der Zeitung. Die TAZ hat sich online gegen Bezahlschranken entschieden und gibt Lesenden auf ihrer Website freiwillig die Option, zu zahlen. Außerdem bietet sie ein reguläres Abonnement mit drei unterschiedlichen Preisstufen in einem sogenannten „Soli-Preis-System“ an, bei dem Abonnent:innen selbst entscheiden können, wie viel sie zahlen. 1980 beschloss die Belegschaft der TAZ die erste Frauenquote Deutschlands (52 Prozent aller Planstellen in jedem Bereich). 2014 wurde die TAZ zu einer Entschädigungszahlung dafür verurteilt, dass sie eine Volontariatsstelle nur für Frauen ausgeschrieben hatte und männliche Bewerber damit laut Urteil diskriminierte. Die TAZ hat neben einigen journalistischen Preisen auch mehrere Rügen des Presserats erhalten. Sie wird seit 1992 genossenschaftlich herausgegeben, um unabhängig von großen Medienunternehmen zu bleiben. Jährlich findet eine Generalversammlung statt, an der jedes der zuletzt über 25.000 Mitglieder teilnehmen kann. Die Chefredaktion teilen sich , und Katrin Gottschalk.

Originalartikel
Sinnlos oder sinnvoll?
DIE TAGESZEITUNG (TAZ)Nick Reimer
11.11.2024 · 6 Minuten · Deutsch
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