Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021🗳 Sollten Krankenhäuser weiterhin privat betrieben werden dürfen?
Es braucht die wirkungsvollste Therapie – nicht die profitabelste
Die Perspektive in 30 Sekunden
Durch die Privatisierung der Krankenhäuser geht es in der Medizin immer mehr um Gewinne. Das prangert Herzchirurg Umes Arunagirinathan im Interview mit BUTEN UN BINNEN-Reporter Jan Meier-Wendte an. „Und die Patienten sind die Verlierer“, klagt der Chirurg.
Laut Arunagirinathan ist ein Krankenhaus inzwischen zu einem Wirtschaftsunternehmen geworden. Das führe zu einer Überversorgung der Patient:innen: „Brauche ich denn so viel Diagnostik, wie wir sie in Deutschland durchführen?“, zweifelt Arunagirinathan. Private Investoren hingegen investieren dort, wo sie am meisten Gewinn machen – unabhängig von den Bedürfnissen der Patient:innen. Als Arzt frage er sich manchmal, ob er eigentlich Mediziner oder Manager sei.
Soziales Handeln müsse vor ökonomischen Anreizen stehen. Eine Patientin mit Rückenschmerzen brauche die wirkungsvollste Therapie – nicht die profitabelste.
Anmerkung der Redaktion
Umes Arunagirinathan ist Facharzt für Herzchirurgie und als Funktionsoberarzt im Klinikum Bremen tätig. Zuvor war er Assistenzarzt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und hat in der Klinik für Kardiochirurgie in Bad Neustadt an der Saale sowie an der Charité Berlin gearbeitet.
BUTEN UN BINNEN ist das Regionalformat von RADIO BREMEN. RADIO BREMEN ist die kleinste Rundfunkanstalt der ARD. Wie die anderen Mitglieder der ARD wird auch der RADIO BREMEN zum Großteil über den Rundfunkbeitrag finanziert. Das Programm wird von einem Rundfunkrat kontrolliert. Das Format BUTEN UN BINNEN informiert per Newsticker, Kommentaren und Meinungsbeiträgen über Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft aus Bremen und Bremerhaven.
BUTEN UN BINNEN
Jan Meier-Wendte
Umes Arunagirinathan