Perspektive

zur Debatte vom 07. September 2025
Ist ein Handyverbot an Schulen sinnvoll?
Pro

Ein Verbot ist richtig – aber unter aufmerksamer Anleitung

Die Perspektive in 30 Sekunden

In den Augen von muss sich der Umgang mit Mobiltelefonen an Schulen ändern. Der Redakteur für Medien und Digitales bei der überregionalen Tageszeitung TAZ spricht sich daher für ein Verbot aus – aber unter aufmerksamer Anleitung.

Drosdowski findet nämlich, dass es niemanden weiterbringt, wenn die Kinder und Jugendlichen zum Unterrichtsbeginn ihre Smartphones abgeben und erst nach Unterrichtsschluss zurückbekommen. Einen anderen Vorschlag findet er besser: weggesperrte Smartphones, die gelegentlich herausgegeben werden, um sie für den Unterricht zu nutzen, etwa für Recherchen.

Die Lehrkräfte müssen so nicht mehr ermahnen. Stattdessen können sie sich überlegen, ob es sinnvoll ist, wenn die Jugendlichen jetzt kurz mit dem Smartphone arbeiten. Unter einer solchen aufmerksamen Anleitung macht ein Verbot für Drosdowski Sinn – und es hilft in seinen Augen der Medienbildung von Kindern und Jugendlichen.

Anmerkung der Redaktion

ist Redakteur für Medien und Digitales bei der TAGESZEITUNG (TAZ). Außerdem ist er als freier Journalist zu Themen wie Verschwörungserzählungen tätig. Er hat ein Praktikum beim TAGESSPIEGEL absolviert und anschließend als Freelancer für verschiedene Organisationen und Medien gearbeitet. Drosdowski hat einen Bachelor in Regionalwissenschaften Afrika/Asien von der Humboldt-Universität Berlin und einen Master in Journalismus von der Deutschen Journalistenschule.

Die TAGESZEITUNG (TAZ) ist eine überregionale deutsche Tageszeitung mit Hauptsitz in Berlin. Sie wurde 1978 als alternative, selbstverwaltete Zeitung gegründet – unter anderem vom Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele. Die Zeitung hat sich besonders in ihrer Anfangszeit an Linke, Studierende, Grüne und die Hausbesetzer-Bewegung gerichtet. Erklärtes Ziel der TAZ ist es seither, eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Sie gehört heute zu den zehn größten überregionalen Tageszeitungen in Deutschland, mit einer verkauften Auflage von rund 33.000 Exemplaren (3/2025, IVW). Seit Oktober 2025 erscheint die TAZ unter der Woche nur noch digital, lediglich die Wochenendausgabe wird noch gedruckt. Die Webseite der TAZ verzeichnete im März 2026 17,2 Millionen Zugriffe monatlich (Quelle: Similarweb). Das Goethe-Institut verortet die TAZ als „grün-linkes“ Blatt und betont besonders die oft sehr kritische Berichterstattung der Zeitung. Die TAZ hat sich online gegen Bezahlschranken entschieden und gibt Lesenden auf ihrer Website freiwillig die Option, zu zahlen. Außerdem bietet sie ein reguläres Abonnement mit drei unterschiedlichen Preisstufen in einem sogenannten „Soli-Preis-System“ an, bei dem Abonnent:innen selbst entscheiden können, wie viel sie zahlen. 1980 beschloss die Belegschaft der TAZ die erste Frauenquote Deutschlands (52 Prozent aller Planstellen in jedem Bereich). 2014 wurde die TAZ zu einer Entschädigungszahlung dafür verurteilt, dass sie eine Volontariatsstelle nur für Frauen ausgeschrieben hatte und männliche Bewerber damit laut Urteil diskriminierte. Die TAZ hat neben einigen journalistischen Preisen auch mehrere Rügen des Presserats erhalten. Sie wird seit 1992 genossenschaftlich herausgegeben, um unabhängig von großen Medienunternehmen zu bleiben. Jährlich findet eine Generalversammlung statt, an der jedes der zuletzt über 25.000 Mitglieder teilnehmen kann. Die Chefredaktion teilen sich , und Katrin Gottschalk.

Originalartikel
Verbot unter aufmerksamer Anleitung
DIE TAGESZEITUNG (TAZ)Johannes Drosdowski
29.08.2025 · 3 Minuten · Deutsch
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