Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021🗳 Sollte Cannabis legalisiert werden?
Eine Legalisierung würde dem deutschen Staat viel Geld bringen
Die Perspektive in 30 Sekunden
„Mindestens 1,7 Millionen Euro im Jahr“ ließen sich durch eine Legalisierung von Cannabis an Steuereinnahmen generieren, rechnet der Ökonom Justus Haucap im SCHWÄBISCHEN TAGBLATT vor. Und verweist darauf, dass diese Schätzung noch das „absolute Minimum“ darstelle.
Dazu kämen massive Einsparungen bei Polizei und Justiz. Denn für die Strafverfolgung von Cannabis-Delikten würde im Moment viel Geld ausgegeben und damit die Steuerzahler:innen belastet. Alleine bei der Polizei ließe sich eine Milliarde Euro pro Jahr einsparen – wieder „sehr konservativ gerechnet“. Nehme man die Justiz dazu, liege die Summe „noch deutlich höher“, so der Professor.
Haucap nennt weitere positive Effekte einer Legalisierung: „Der erhöhte Gesundheitsschutz für junge Menschen durch besseren Jugendschutz und hochwertigeres Cannabis ebenso“. Aus all diesen Gründen sei eine Befürwortung der Cannabis-Legalisierung unter Volkswirten „totaler Common Sense“, betont er. Jede:r wisse, „dass Prohibition schlecht ist“.
Anmerkung der Redaktion
Justus Haucap ist Direktor des Instituts für Wettbewerbsökonomie an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldprf. Er hat Volkswirtschaft an der Universität des Saarlandes und am Department of Economics der University of Michigan studiert. Er promovierte sich an der Universität des Saarlandes zum Thema „Werbung und Marktorganisation: Die ökonomische Theorie der Werbung betrachtet aus Perspektive der Neuen Institutionenökonomik“ und habilitierte an der (Bundeswehr-) Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg.
Er schreibt für unterschiedliche Blogs und Onlinemedien und war von 2016 bis 2022 Mitglied des Kuratoriums der Fazit-Stiftung, die über 90 % an der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hält. Seit 2021 hat er zusammen mit Lars Feld den mediapioneer-Podcast Feld & Haucap.
Er gilt als entschiedener Gegner von branchenspezifischen Lohnuntergrenzen, als Kritiker des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), als Gegner des Leistungsschutzrechtes für Presseverleger sowie als Befürworter einer Liberalisierung von Drogen wie Cannabis.
Dominik Guggemos ist Journalist und ist Politikredakteur bei der NEUEN BERLINER REDAKTIONSGESELLSCHAFT. Unter dem Dachverband schreibt er unter anderem als Hauptstadtkorrespondent für die MÄRKISCHE ODERZEITUNG und auch die SÜDWEST PRESSE, bei der Guggemos zuvor bereits volontierte. Bei der SWP hat Guggemos zudem für das Magazin „Ein Land“ den Konrad-Adenauer-Preis gewonnen. Als Hauptstadtkorrespondent schreibt er vordergründig über die Themen Landwirtschaft, Ernährung und die AfD. Er hat zuvor Philosophie, Politikwissenschaft und BWL in Bamberg studiert.
Das SCHWÄBISCHE TAGBLATT ist eine im gleichnamigen Verlag erscheinende Tübinger Tageszeitung, die seit 1945 erscheint. Die verkaufte Auflage beträgt laut eigenen Angaben 41.000 Exemplare. Die Redaktion in Tübingen gestaltet nur den Lokal- und Regionalteil der Zeitung. Der überregionale Teil wird von der SÜDWEST PRESSE zugeliefert, die mit 49 Prozent am Verlag beteiligt ist. Die Ausrichtung des TAGBLATTS galt in seinem Regionalteil zumindest während der 35 Jahre andauernden Chefredaktions-Ära von Christoph Müller (1969 bis 2004) als tendenziell linksliberal bis links geprägt, wie etwa der TAGESSPIEGEL schreibt. Mit ihrer Haltung, „immer respektlos, manchmal aufrührerisch, frech und laut, wenn es notwendig war“ sei sie „eine der bekanntesten und außergewöhnlichsten Lokalzeitungen Deutschlands“ gewesen, lobt die TAZ. Seit der Übernahme durch die SÜDWEST PRESSE trete sie allerdings deutlich gemäßigter und konservativer auf.
Justus Haucap
Dominik Guggemos