Perspektive
zur Debatte vom 07. September 2025
Ist ein Handyverbot an Schulen sinnvoll? Contra
Es braucht Vorbilder, keine Verbote
Die Perspektive in 30 Sekunden
In den Augen von Kim Björn Becker kann weniger Bildschirmzeit am Handy sicher nicht schaden. Ein weitreichendes Handyverbot in Schulen führt laut dem Redakteur der überregionalen FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG jedoch nicht weiter.
Neben Aufklärung und Hilfsangeboten für Süchtige sind laut Becker vor allem Vorbilder wichtig, die zeigen, wie und wann man das Smartphone zur Seite legt. „Das können Lehrer sein, aber in erster Linie Eltern“, findet der FAZ-Redakteur. Becker schlägt vor, dass Schulen die Eltern noch bewusster darauf aufmerksam machen sollen, wie sie sich zu Hause verhalten.
Er findet außerdem, dass sogar die Abgeordneten in der Politik ein gutes Beispiel geben könnten. Oft sehen sie bei wichtigen Diskussionen in den Parlamenten auf ihr Handy, statt zuzuhören. Becker sagt: „So etwas macht man nicht – das weiß jedes Kind.“
Anmerkung der Redaktion
Kim Björn Becker ist Journalist und stellvertretender Leiter der Nachrichtenredaktion bei der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG. Zuvor hat er mehrere Jahre als Politischer Redakteur bei der FAZ mit dem Schwerpunkt Gesundheit gearbeitet. Der studierte Politik- und Kunstwissenschaftler hat bei der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG volontiert und als freier Autor für mehrere überregionale Tageszeitungen gearbeitet. Becker interessiert sich vor allem für die Gesundheits- und Migrationspolitik. Im Zuge der Covid-19-Pandemie verfasst Becker zahlreiche Beiträge über Maßnahmen der Bundesregierung und das Virus selbst. Björn Becker hat in Journalistik promoviert.
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ) ist eine deutsche überregionale Tageszeitung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie ist 1949 gegründet worden und wird zu den deutschen Leitmedien gezählt. Die FAZ hat keine Chefredaktion, sondern wird seit ihrer Gründung von einem Herausgebergremium geleitet, bestehend aus Gerald Braunberger, Jürgen Kaube, Carsten Knop und Berthold Kohler. Laut Eigenangabe steht die FAZ „für den Erhalt und die Stärkung der demokratischen Ordnung und der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland“. Die Zeitung gilt als liberalkonservatives Blatt. THE EUROPEAN schreibt über die „drei Gesichter“ der FAZ: Sie habe einen eher konservativen, staatstragenden Politikteil, ein linksliberales Feuilleton und einen liberalen Wirtschaftsteil. Der DEUTSCHLANDFUNK schreibt 2019 über die FAZ: „Seit ihrer Gründung steht die Zeitung für Qualitätsjournalismus, der vor allem von Alpha-Männern verantwortet wird.“ Die verkaufte Auflage der Zeitung lag im vierten Quartal 2025 bei rund 332.000 Exemplaren (IVW) und hat im Vergleich zum vorigen Quartal leicht abgenommen. Die Printauflage der Zeitung ist allerdings seit Jahren rückläufig. Laut Similarweb hatte der Webauftritt der FAZ im März 2026 rund 38,5 Millionen Besuche zu verzeichnen. Die FAZ wird von der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH herausgegeben, die neben der täglich erscheinenden FAZ auch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) und das Online-Nachrichtenportal FAZ verantwortet. Das Unternehmen ist zu 93,7 Prozent im Besitz der gemeinnützigen FAZIT-Stiftung, die von den Verlegern und Herausgebern der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gegründet wurde. Der verbleibende Anteil wird von den vier Herausgebern gehalten. Diese einzigartige Eigentümerstruktur soll die redaktionelle Unabhängigkeit der Zeitung wahren.