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Harte Abschiebungen sind der einzige Weg

Afghanen in Europa – härtere Gesetze und Abschiebungen, anders geht es nicht
18.07.2021 6 Minuten deutsch
TICHYS EINBLICK Alexander Wallasch Dr. Sarajuddin Rasuly
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

„Erst Gesetzesverschärfungen und eine Reihe von Abschiebungen hätten in Österreich dafür gesorgt, dass weniger Afghanen kriminell wurden. Anders gehe es nicht“, fasst der Journalist und Publizist Alexander Wallasch die Position von Afghanistan-Experte Sarajuddin Rasuly im rechtskonservativen Online-Magazin TICHYS EINBLICK zusammen.

Rasuly zufolge werden viele Afghan:innen auf dem Weg nach Europa kriminell. Der Weg sei beschwerlich: Man müsse beispielsweise lernen, sich mit dem Messer zu schützen. Wallasch führt die „häufigen Vorfälle mit Messern“ darauf zurück. Außerdem werde oft das Geld knapp – was die Flüchtenden in die Prostitution oder den Drogenhandel zwinge.

Diese Vorerfahrungen stehen der Integration im Wege, schreibt Wallasch. Deswegen stelle sich die Integration der Afghanen „viel schwieriger“ dar, „als die der anderen Migranten“. Für Wallasch scheint die Herausforderung Afghan:innen zu integrieren nur auf eine Weise zu lösen zu sein: Man müsse auf harte Abschiebungen setzen. Nur so könne man klar machen, dass Menschen, „die schon unterwegs [auf dem Weg nach Europa] kriminell geworden sind“ in Europa ein anderes Verhalten an den Tag legen müssen.

ANMERKUNG DER REDAKTION

Alexander Wallasch ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Der studierte Theaterwissenschaftler hat bisher unterschiedliche Tätigkeiten ausgeübt. So war er in den 1990er Jahren beispielsweise Türsteher und Betreiber verschiedener Nachtlokale. Außerdem hat er 14 Jahre lang als Werbetexter für Volkswagen gearbeitet. 2010 ist sein Roman „Deutscher Sohn“ erschienen, der das Schicksal deutscher Afghanistanrückkehrer:innen behandelt und kontrovers diskutiert worden ist. Unter anderem heißt es über den Roman, er habe frauenfeindliche und rassistische Untertöne. Des Weiteren sei er ein „Genuß“ für junge NPD-Wähler:innen. Wallasch schreibt unter anderem für den rechtskonservativen Blog TICHYS EINBLICK.

Dr. Sarajuddin Rasuly ist ein österreichischer Sachverständiger für die aktuelle politische Lage in Afghanistan und Dolmetscher für die afghanischen Sprachen Dari, Paschtu und Usbekisch. Als Sachverständiger arbeitet der promovierte Politik-Wissenschaftler und Pädagoge vor allem für Gerichte und Rechtsanwälte in Österreich. Rasuly ist in Takhar, Afghanistan geboren und hat in Wien und Berlin neben Politikwissenschaft und Pädagogik auch Soziologie und Philosophie studiert. In seiner Doktorarbeit hat Rasuly den Strukturwandel des politischen Systems in Afghanistan zwischen 1919-1973 untersucht. Nach seiner Promotion war er u.a. als Lektor am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Wien tätig.

TICHYS EINBLICK ist ein 2014 vom Wirtschaftsjournalisten Roland Tichy gegründetes Onlinemagazin, das sich selbst als liberal-konservativ verortet. Das Magazin steht allerdings immer wieder in der Kritik, die Grenze zum Rechtspopulismus zu überschreiten. Roland Tichy selbst gilt laut der ZEIT als „feste Größe“ unter den deutschen Liberal-Konservativen. In einzelnen Beiträgen des Online-Magazins, die wir auf Buzzard nicht abbilden, findet sich frauenfeindliche Sprache. Ursula von der Leyen wird beispielsweise als „Ursel”, „Flinten-Uschi” oder „Haubitzen-Uschi” bezeichnet. Andere Beiträge auf TICHYS EINBLICK relativieren rechte Gewalt und Rassismus. In einer Berichterstattung über die NSU-Morde heißt es beispielsweise, den Angeklagten im NSU-Prozess würden Taten „angedichtet”, außerdem werde „von der Politik vorgegeben, in welche Richtung ermittelt werden soll und in welche nicht“. Roland Tichy selbst zweifelte nach den Hetzjagden auf ausländisch aussehende Menschen in Chemnitz 2018 an, dass diese stattgefunden haben, legt aber großen Fokus auf den vorausgegangenen Mord durch einen Geflüchteten, den er als symptomatisch für die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel sieht. Neben problematischen Äußerungen finden sich auf TICHY allerdings auch zahlreiche Beiträge, die ausführliche und teils differenziert begründete Regierungskritik aus einer rechtskonservativen Sicht bieten.

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