Perspektive

zur Debatte vom 31. August 2021
🗳 Sollte die Änderung des Geschlechtes ohne Gutachten möglich sein?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Juristisches Chaos ist vorprogrammiert

Die Perspektive in 30 Sekunden

Wenn jede:r in Zukunft selbst entscheiden kann, das eigene Geschlecht mit einer reinen Selbsterklärung umzuwandeln, dann sei das gefährlich, warnt die freie Journalistin . Die Folgen wären „dramatisch“, prognostiziert sie im FOCUS.

„Das Geschlecht soll künftig unabhängig von körperlichen Merkmalen zu definieren sein“, betont sie. Der Gesetzesvorschlag von Grünen und SPD sehe zudem vor, eine Geschlechtsänderung für Jede:n beliebig oft zu ermöglichen. Da ist aus Kelles Sicht juristisches Chaos vorprogrammiert. Denn das würde dazu führen, dass „jeder Mensch immer wieder sein Geschlecht hin und her wechseln“ könne.

Dabei sei eine Reform des Prozesses zur Geschlechtsänderung in Deutschland gar nicht notwendig, findet Kelle. Denn es gebe hierzulande bereits einen „geordneten und legalen Weg“, sein Geschlecht zu ändern. Mit dem Transsexuellengesetz habe der Gesetzgeber „dem bereits vor 40 Jahren begonnen, Rechnung zu tragen“. Menschen, die „ernsthaft“ den Wunsch vortragen, ihr Geschlecht zu ändern, haben auch die Möglichkeit dazu, so die Journalistin.

Anmerkung der Redaktion

wurde 1975 im rumänischen Siebenbürgen geboren, sie arbeitet als Journalistin und Publizistin in Deutschland. Ihr Name taucht in einer Broschüre über Frauen im Rechtsextremismus im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ auf. Dort wird sie als fundamental-katholisch bezeichnet. Neben ihrer Kolumne „Volle Kelle“, die in THE EUROPEAN erscheint, schreibt sie auch für die neurechte JUNGE FREIHEIT, den rechtsextremen „Kopp-Verlag“ und die katholische Internetseite „kath.net“. In Publikationen und Talkshows positioniert sich Birgit Kelle gegen Abtreibung, „Gender-Mainstreaming“ und Feminismus. Sie ist außerdem Mitglied in der „Aktion Lebensrecht für alle“, die sich gegen Abtreibung positioniert. Sie hat zudem Kundgebungen gegen den baden-württembergischen Bildungsplan unter dem Motto „Demo für alle“ organisiert. Dabei protestierte sie gegen die Einführung des baden-württembergischen Lehrplans, der z.B. die Sichtbarkeit von LGBTQI+ vorsieht. Dafür arbeitete sie Seite an Seite mit dem Verein der AfD-Politikerin Beatrix von Storch, Zivile Koalition e.V.

Der FOCUS ist ein wöchentlich erscheinendes deutsches Nachrichtenmagazin mit Sitz in Berlin. Er wurde 1993 vom Hubert Burda Verlag als Konkurrenz zum SPIEGEL gegründet, Chefredakteure sind aktuell Franziska Reich und Georg Meck. Die verkaufte Auflage des FOCUS lag laut IVW 1/2026 bei rund 222.000 Exemplaren. Das Magazin erreicht etwa 3,4 Millionen Leser:innen und gehört damit zusammen mit dem SPIEGEL und dem STERN zu den reichweitenstärksten deutschen Wochenmagazinen. Auch der Online-Auftritt des Magazins gehört zu den reichweitenstärksten in ganz Deutschland: Laut der Website Similarweb hatte FOCUS.DE im März 2026 rund 54 Millionen Aufrufe zu verzeichnen. Der FOCUS gilt dabei in seiner Ausrichtung im Vergleich zu den beiden Konkurrenzmagazinen als konservativer und richtet sich an eine jüngere und männlichere Leserschaft. Er fokussiert sich dabei besonders auf nutzerorientierte und leicht zu rezipierende Texte wie etwa Ratgeber. Das GOETHE-INSTITUT befindet, das Blatt vertrete eine wirtschaftsliberale Haltung und wende sich „mit vielen grafischen Darstellungen und farbintensiven Bildern insbesondere an Leser:innen mit weniger Zeit“. Der FOCUS online sowie der Ableger FOCUS MONEY wurden über die Jahre mehrfach vom deutschen Presserat gerügt. Das Magazin wird von der FOCUS Magazin Verlag GmbH herausgegeben, die zum Konzern Hubert Burda Media gehört, und ist damit vollständig im Besitz der Familie Burda.

Originalartikel
Geschlecht frei wählbar? Neues Gender-Gesetz hätte dramatische Folgen für Frauen und Kinder
FOCUSBirgit Kelle
06.02.2021 · 7 Minuten · deutsch
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