Perspektive
zur Debatte vom 18. Januar 2026
Sollte Jugendlichen der Zugang zu Alkohol erschwert werden? Pro
Alkohol ist die gefährlichste Droge der Welt – gerade junge Menschen müssen geschützt werden
Die Perspektive in 30 Sekunden
Gernot Rücker gilt als einer der führenden Experten für Freizeitdrogenkonsum. Für ihn ist Alkohol schlichtweg die „gefährlichste Droge der Welt“. Aus diesen Gründen sollte Alkohol für junge Menschen sogar erst ab 21 Jahren zugänglich sein, fordert der Notfallmediziner im Gespräch mit Moderatorin Jessica Chmura beim öffentlich-rechtlichen NORDDEUTSCHEN RUNDFUNK (NDR).
Dabei verweist Rücker vor allem auf die gesundheitlichen Gefahren des Alkoholkonsums. So sehe man in der Notfallmedizin unheimlich viele Verletzungen und Erkrankungsbilder, die in Verbindung mit Alkohol stehen. „Die alle müssen versorgt werden, und das ist natürlich völlig unnötig, weil das Kosten produziert, die wir uns im Gesundheitssystem nicht mehr leisten können“, so Rücker.
Der Notfallmediziner macht zudem darauf aufmerksam, dass sich das Gehirn von Kindern und Jugendlichen noch im Entwicklungsprozess befindet. Alkohol wiederum sei ein Zellgift, das diese Entwicklung behindern könne. Und diese Schädigungen seien häufig unumkehrbar, warnt Rücker. Angesichts dieser Gefahren spricht er sich klar für eine stärkere Regulierung des Alkoholkonsums von Jugendlichen aus.
Anmerkung der Redaktion
Gernot Rücker ist Anästhesist und Notfallmediziner sowie einer der führenden Experten für Freizeitdrogenkonsum in Deutschland. Er leitet das Notfallausbildungszentrum der Uniklinik Rostock und informiert auf großen Musikfestivals bundesweit über Drogen und deren Zusammensetzung. Als Dozent bildet er Medizinstudenten und Fachkräfte in der Notfallversorgung aus. Zudem engagiert er sich in Forschungsprojekten zur Verbesserung der Notfallversorgung und innovativer Ausbildungsmethoden. Für seine hervorragenden Lehrleistungen an der Klinik und Poliklinik für Notfallmedizin erhielt Rücker 2011 den „Thieme Teaching Award“.
Jessica Chmura ist seit 2012 beim NDR INFO tätig, wo sie ihre Karriere als freie Mitarbeiterin begann und sich als Reporterin und Moderatorin etablierte. Sie ist dort aktiv an der Berichterstattung über aktuelle Nachrichten und gesellschaftliche Themen beteiligt. In der Rubrik „NDR INFO im Dialog“ analysiert sie komplexe Datensätze und diskutiert mit Experten über verschiedene Themen. Zudem hat Chmura bereits an Diskussionen über gesellschaftliche Themen teilgenommen, wie zum Beispiel Wasserknappheit, in denen Hörerinnen und Hörer zusammen mit Experten ihre Meinungen und Lösungen erörtern. Sie nahm an dem Projekt „Podcast Contest“ teil, bei dem Chmura mit Schulklassen zusammengearbeitete, um das Interesse junger Menschen am Radio und an journalistischer Arbeit wecken. Die Studiengänge Kommunikationswissenschaften mit dem Fokus auf interkulturelle Kommunikation, Journalismus und Medienmanagement bilden ihre akademische Ausbildung.
Der NORDDEUTSCHE RUNDFUNK (NDR) ist eine gemeinsame Landesrundfunkanstalt für die Freie und Hansestadt Hamburg sowie für die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Er ist Teil der öffentlich-rechtlichen ARD und entstand 1954 durch die Spaltung des NWDR in NDR und WDR. Der NDR trägt einen beträchtlichen Teil zum ARD-Fernsehprogramm DAS ERSTE bei, in seinen Studios wird etwa die TAGESSCHAU produziert. Der NDR unterhält ein Fernsehprogramm sowie Radioprogramme, darunter NDR 2, NJOY, NDR 90,3, das Hamburg Journal und NDR 1. Die Website des NDR verzeichnete im April 2026 ca. 44,9 Millionen Besuche (Quelle: Similarweb). Der Sender hat seinen Sitz in Hamburg, Intendant ist Hendrik Lünenborg. Zudem bildet der NDR gemeinsam mit dem WDR und der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG eine Recherchekooperation, die beispielsweise die Panama-Papers für Deutschland aufbereitet hat. 2022 wurde intern kritisiert, dass politische Berichterstattung beim NDR gefiltert oder beeinflusst werde und ein angespanntes Arbeitsklima herrsche. Der NDR ließ die Vorwürfe prüfen, konnte laut eigener Untersuchung jedoch keinen systematischen politischen Einfluss nachweisen. 2025 sorgte ein Konflikt über die Moderatorin Julia Ruhs aus dem Format „Klar“ für Spannungen: Das Format von NDR und BR sollte gezielt auch konservativere Perspektiven stärker einbeziehen, stieß intern jedoch auf heftige Kritik. Mehr als 250 Mitarbeitende distanzierten sich öffentlich. Schließlich beendete der NDR die Zusammenarbeit mit Ruhs, was eine breite Debatte über Meinungsvielfalt und den Umgang mit internen Konflikten auslöste.
Originalartikel
Notfallmediziner: "Alkoholverbot für Kinder und Jugendliche"
NORDDEUTSCHER RUNDFUNK (NDR)
Gernot Rücker
Jessica Chmura 29.08.2024 ·
3 Minuten ·
Deutsch
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