Perspektive

zur Debatte vom 07. Dezember 2025
Sollten Lieder und Leben des Rappers Haftbefehl im Schulunterricht behandelt werden?
Contra

Haftbefehls Drogenkonsum zeigt: Er ist alles andere als ein Vorbild

Die Perspektive in 30 Sekunden

Auch hat die Dokumentation „Babo“ über den Rapper Haftbefehl gesehen. Die Leiterin des Ressorts „Wirtschaft und Finanzen“ bei der Boulevardzeitung BILD zieht daraus den Schluss, dass Haftbefehl eindeutig nichts im Schulunterricht zu suchen hat.

Platiel verweist auf besonders verstörende Szenen aus der Doku, in denen Haftbefehls Drogenkonsum schonungslos gezeigt wird. Manche halten es für mutig, dass Haftbefehl diese Szene zeigen ließ – für Platiel ist es das Gegenteil. Mut ist für sie vielmehr, Verantwortung für Fehler und für das eigene Schicksal zu übernehmen. Bei Haftbefehl sieht sie das nicht, stattdessen wird er laut Patiel völlig kritiklos zu einem Helden stilisiert.

Der Ressortleiterin fallen laut eigener Aussage eine ganze Reihe von anderen Themen ein, die sie lieber in den Lehrplänen sehen würde als Haftbefehl und seine Texte. Dazu zählt für sie beispielsweise ein Fach „Verantwortung und Empathie“, Finanzbildung oder mehr Themen zu aktuellen Krisen oder zum Umgang mit sozialen Medien.

Anmerkung der Redaktion

ist eine deutsche Journalistin. Sie ist Ressortleiterin „Wirtschaft und Finanzen“ bei der Boulevardzeitung BILD. Ihre journalistischen Anfänge machte sie bei der Regionalzeitung KÖLNER STADTANZEIGER, später arbeitete sie als EU-Korrespondentin in Brüsseler Büros. Bei der BILD war sie seit 2012 Vize-Ressortleiterin Unterhaltung und moderierte mehrere TV-Sendungen der Boulevardzeitung.

Die BILD ist eine Tages- und Boulevardzeitung des Axel-Springer-Verlags mit Sitz in Berlin und die auflagenstärkste Tageszeitung in Deutschland. Sie erschien erstmals 1952, Chefredakteure sind aktuell und . Die verkaufte Auflage der BILD wird seit 2005 nur zusammen mit der B.Z. BERLIN ausgewiesen und lag im ersten Quartal 2026 bei rund 919.000 Ausgaben, was einen massiven Einbruch seit der Jahrtausendwende darstellt. Die BILD bezeichnet sich selbst als überparteilich; andere Medien, wie beispielsweise das Internetportal EUROTOPICS, bezeichnen das Blatt als politisch konservativ. Der britische GUARDIAN urteilte im Juli 2020, BILD sei von folgenden Grundsätzen durchzogen: pro-amerikanisch, pro-Nato, pro-israelisch, pro-Kapitalismus, für Sparmaßnahmen, anti-russisch und anti-chinesisch. Der frühere Chefredakteur musste 2021 nach Vorwürfen des Machtmissbrauchs und unangemessener Beziehungen zu Mitarbeiterinnen seinen Posten räumen. Der Springer-Verlag entließ ihn nach internen Untersuchungen und neuen Hinweisen endgültig. Die Berichterstattung der BILD ist seit Jahrzehnten Gegenstand zahlreicher öffentlicher Diskussionen und Kritik. Sie ist die Zeitung, die mit Abstand am häufigsten vom deutschen Presserat – der Freiwilligen Selbstkontrolle der Print- und Onlinemedien in Deutschland – gerügt wird, weil sie in ihrer Berichterstattung gegen die Bestimmungen des Pressekodex verstößt. Seit 1986 wurden über 300 Rügen ausgesprochen, die BZ auf Platz 2 hat im Vergleich unter 50 Rügen. Die Rügen betreffen oft Verstöße gegen den Opferschutz und die Wahrheitspflicht. In ihrer Geschichte musste sich die BILD bereits häufig wegen Falschinformationen und Hetzkampagnen vor Gericht verantworten. Die Website der BILD verzeichnete im April 2026 rund 208,6 Millionen Besuche (Quelle: Similarweb).

Originalartikel
Warum die Haftbefehl-Doku nicht in den Lehrplan gehört
BILDPatricia Platiel
04.11.2025 · 1 Minute · Deutsch
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