Perspektive
zur Debatte vom 05. April 2026
Sollten junge Menschen bereits ab 16 Jahren wählen dürfen? Contra
Jugendliche lassen sich noch zu leicht beeinflussen
Die Perspektive in 30 Sekunden
Martin Rupps hält nicht viel davon, dass 16-Jährige bereits wählen dürfen. In einem Meinungsartikel für den öffentlich-rechtlichen SÜDWESTRUNDFUNK (SWR) sieht der Redakteur weniger das eventuell fehlende politische Interesse der Jugendlichen als Problem. Eher glaubt er, dass ihnen die persönliche und politische Reife fehlt.
Politisches Interesse sei individuell unterschiedlich ausgeprägt und lasse sich nicht pauschal auf alle Jugendlichen übertragen, so Rupps. Allerdings befinden sich in seinen Augen viele 16-Jährige noch in einer wichtigen Entwicklungsphase. Dadurch können sie schwerer ein stabiles Urteil bilden, meint der Redakteur. Selbst Schülervertretungen und Lehrerverbände sind sich in der Frage des Wahlalters uneinig, wie Rupps betont.
Besonders die Vielzahl an Informationen und Desinformationen im Internet stellt laut Rupps eine zusätzliche Herausforderung dar. Jugendliche seien dadurch leichter beeinflussbar. Zusammenfassend hält der Redakteur fest: Politische Mitbestimmung darf nicht allein nach gesellschaftlichen Erwartungen bewertet werden, sondern muss sich auch an der tatsächlichen Reife orientieren.
Anmerkung der Redaktion
Martin Rupps ist Autor, Politikwissenschaftler, Journalist und Leiter der ARD-Koordination 3sat beim SWR. Als Politikwissenschaftler beschäftigt er sich hauptsächlich mit der Politik von Helmut Schmidt und hat zwei Bücher über den Altkanzler verfasst. Zudem hat er das Werk „Kanzlerdämmerung: Wer zu spät kommt, darf regieren“ geschrieben, das die politische Geschichte mit Bezug auf die Bundestagswahl 2017 unter die Lupe nimmt. Außerdem ist Rupps Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des „Landshut-Projekts“ des Dornier-Museums in Friedrichshafen, einer Ausstellung über die Entführung eines Flugzeugs in den 1970er Jahren durch palästinensische Terroristen, die in Verbindung zur deutschen Terrororganisation RAF gestanden haben. Rupps gilt durch seine Meinungsbeiträge als polarisierender Charakter. So bescheinigte die STUTTGARTER ZEITUNG in einem Kommentar Rupps „die Lizenz zum Provozieren“.
Der SÜDWESTRUNDFUNK (SWR) ist eine deutsche Landesrundfunkanstalt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit Hauptsitz in Stuttgart. Seit der Fusion von SÜDWESTFUNK und SÜDDEUTSCHEM RUNDFUNK im Jahr 1998 ist der SWR nach dem WDR die zweitgrößte Rundfunkanstalt der ARD. Der SWR verfügt über einen gleichnamigen Fernsehsender, sechs Radioprogramme (darunter der Jugendsender DASDING) und mehrere Orchester und Chöre. Außerdem hat er die Federführung für die Koordination der ARD-Mediathek (inkl. ARD.de), der beiden Gemeinschaftsprogramme 3sat und Arte sowie für das Contentnetzwerk FUNK. Intendant des SWR ist seit 2019 Kai Gniffke, der langjähriges Mitglied der SPD ist. Diese Parteizugehörigkeit wurde stellenweise kritisiert, da der SWR als öffentlich-rechtlicher Sender dazu verpflichtet ist, staatsunabhängig zu bleiben. Der Webauftritt des SWR hatte im März 2026 27,5 Millionen Besuche zu verzeichnen (Quelle: Similarweb).
Originalartikel
Jugend ist kein Verdienst
SÜDWESTRUNDFUNK (SWR)
Martin Rupps 05.06.2024 ·
1 Minute ·
Deutsch
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