Perspektive
zur Debatte vom 05. Juli 2026
Verdienen Politiker einen besonderen Schutz vor Beleidigungen? Nah dran
So werden Kommunalpolitiker im Wahlkampf angefeindet
Die Perspektive in 30 Sekunden
Immer wieder berichten politisch engagierte Menschen in Städten und Gemeinden von Anfeindungen. Das war zuletzt auch im Wahlkampf bei den bayerischen Kommunalwahlen 2026 so. Für den öffentlich-rechtlichen BAYERISCHEN RUNDFUNK (BR) hat Reporter Ferdinand Meyen mit betroffenen Menschen gesprochen.
Dazu gehört Simon Escher-Herzog von der Partei Die Linke. Ihm zufolge haben die Anfeindungen mit einem Zettel im Briefkasten begonnen. Darin wurde er wüst beleidigt und beschimpft. Kurz darauf habe ein demoliertes Wahlplakat vor seiner Haustür gelegen: „Ein Personenplakat, wo mit einem Schraubenzieher schön säuberlich durchs Gesicht gestochen wurde“, berichtet er. Die Anfeindungen erreichten dann laut seinen Schilderungen ihren Höhepunkt, als eines Nachts ein Stein durch die Scheibe des Schlafzimmers flog.
Laut den Recherchen des BR-Reporters ist das kein Einzelfall, allerdings nehmen die Parteien die Anfeindungen unterschiedlich wahr. SPD und vor allem Die Linke berichten beispielsweise von zunehmenden Anfeindungen, Freie Wähler und Grüne stellten hingegen weniger Anfeindungen fest. Viele nehmen laut dem BR-Reporter aber wahr, dass sich der Ton insgesamt verschärft hat. Ein ehemaliger Bürgermeister sagt dem BR-Reporter, dass die Menschen ihre Anliegen heute oft viel heftiger vorbringen. Als Grund für den gereizten Ton gilt auch das gereizte Klima auf sozialen Medien, wie Meyen unter Verweis auf Fachleute ausführt.
Anmerkung der Redaktion
Ferdinand Meyen ist Journalist und arbeitet als Redakteur beim BAYERISCHEN RUNDFUNK (BR). Dabei berichtet er crossmedial über gesamtgesellschaftliche und kontroverse Themen. So verfasst Meyen unter anderem Beiträge über Geschlechter- und Identitätspolitik, wobei er aktuelle Ereignisse über einordnet und analysiert.
Der BAYERISCHE RUNDFUNK (BR) ist die Landesrundfunkanstalt des Freistaats Bayern mit Sitz in München und existiert seit 1949. Er ist Mitglied der ARD, zählt zu den öffentlich-rechtlichen Sendern und ist damit unter anderem verpflichtet, unabhängig vom Staat und privaten Interessengruppen zu berichten. Der BAYERISCHE RUNDFUNK unterhält neben den Kultursendern BR KLASSIK, BAYERN 1, BAYERN 2 und BAYERN 3 unter anderem den Nachrichtensender BR24 und den Jugendsender PULS. Seit dem 1. Februar 2021 ist Dr. Katja Wildermuth die Intendantin des BR. Sie übernahm den Posten von Ulrich Wilhelm. Der BAYERISCHE RUNDFUNK betreibt unter anderem die BR KULTURBÜHNE, ein digitales Angebot, das während der Corona-Pandemie ins Leben gerufen wurde. Die Idee war, Künstlerinnen und Künstlern trotz des Lockdowns eine Bühne zu geben, also Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen auf der BR KULTURBÜHNE live zu streamen. Seither betreibt die BR KULTURBÜHNE außerdem Kultur- und Medienberichterstattung. Der BR gilt in seiner Berichterstattung als tendenziell konservativer als die anderen Landesrundfunkanstalten. Dem Sender wurde außerdem vereinzelt vorgeworfen, nicht dauerhaft politisch unabhängig zu berichten: So durfte beispielsweise der jetzige bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) 2015 in der Vorabendsendung „Dahoam is dahoam“ unwidersprochen das Parteiprogramm der CSU loben. Die Website des BR verzeichnete im April 2026 rund 24,5 Millionen Besuche (Quelle: Similarweb).
Originalartikel
So wurden Kommunalpolitiker im Wahlkampf angefeindet
BAYERISCHER RUNDFUNK (BR)
Ferdinand Meyen 11.03.2026 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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