Perspektive
zur Debatte vom 05. April 2026
Sollten junge Menschen bereits ab 16 Jahren wählen dürfen? Analyse
Warum junge Menschen nicht wählen – und wie man das ändern könnte
Die Perspektive in 30 Sekunden
2026 ist ein Superwahljahr. Doch viele junge Menschen werden möglicherweise nicht wählen gehen – obwohl sie politisch interessiert sind. Für den öffentlich-rechtlichen DEUTSCHLANDFUNK hat sich Redakteurin Maja Fiedler mit der Frage auseinandergesetzt, warum das so ist und was man dagegen tun könnte.
Fiedler beruft sich dabei auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Demnach herrscht vielfach Unsicherheit darüber, wie Wahlen grundsätzlich funktionieren. „Wer noch nie gewählt hat, muss sich zunächst mit dem Wahlvorgang, insbesondere dem Wahlschein vertraut machen“, macht Fiedler deutlich. „Hinzu kommen eine Vielzahl von Parteien, deren Wahlprogramme und wenig Orientierung, welche davon zu den eigenen Interessen passen.“ So gehe es häufig um Themen wie Renten oder Pflege, und weniger um Bildung, Digitalisierung oder bezahlbaren Wohnraum – Themen also, die für junge Menschen wichtiger sind. Auch der Ton in sozialen Medien kann laut Fiedler abschreckend wirken.
Vor diesem Hintergrund skizziert die Redakteurin eine Reihe von Gegenmaßnahmen, um junge Menschen zum Wählen zu bewegen. Eine Möglichkeit sind ihr zufolge Kinder- und Jugendparlamente, um den Jugendlichen das Gefühl zu geben, dass ihre Themen gehört werden. Auch ein Wahlalter ab 16 Jahren könnte helfen. Das zeigen laut Fiedler beispielsweise Studien aus anderen Ländern. Wichtig sei zudem, dass Politiker:innen auf Augenhöhe kommunizieren – etwa in den sozialen Medien.
Anmerkung der Redaktion
Maja Fiedler ist Journalistin, Moderatorin und Podcasterin. Sie arbeitet unter anderem für das öffentlich-rechtliche DEUTSCHLANDRADIO, vor allem als Text-Producerin und in der Online-Redaktion. Ebenfalls ist sie für weitere öffentlich-rechtliche Medienhäuser tätig, darunter WDR, MDR und SWR. Sie hat einen Master of Arts in Journalismus von der Universität Leipzig und einen Bachelor of Arts in deutscher Sprache und Kultur von der FU Berlin.
Der DEUTSCHLANDFUNK (DLF) ist 1962 als Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gegründet worden und hat seinen Sitz in Köln. Chefredakteurin ist seit 2026 Susanne Schwarzbach. Der DEUTSCHLANDFUNK ist neben DEUTSCHLANDFUNK NOVA und DEUTSCHLANDFUNK KULTUR eines der drei bundesweiten Hörfunkprogramme des DEUTSCHLANDRADIOS, das zusammen mit ARD und ZDF den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bildet, sich also zum Großteil über Rundfunkgebühren finanziert. Das Programm hat einen Wortanteil von 80 Prozent und beschäftigt sich besonders tagsüber mit tagesaktuellen Geschehnissen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. In den Abendstunden liegt der programmatische Schwerpunkt auf Kulturthemen wie Musik, Hörspielen, Lesungen und entsprechenden Berichten. Der DEUTSCHLANDFUNK sendet klassisch linear, jedoch betreibt er auch eine umfangreiche Audiothek und diverse Podcasts, wo Inhalte auch nicht-linear konsumiert werden können. Mit diesem On-Demand-Angebot hat man sich mittlerweile ein Stammpublikum aufgebaut und erreichte 2024 durchschnittlich vier Millionen Besuche pro Monat. Das Radioprogramm des DEUTSCHLANDFUNKS erreichte nach Befragungsdaten der MA 2025 Audio II einen Rekordwert von 2,64 Millionen Hörer:innen zwischen Montag und Freitag. Damit ist es das meistgehörte Informationsprogramm und liegt auf Platz 6 aller Radioprogramme. Die DEUTSCHLANDFUNK-Website wurde im März 2026 ca. 12,4 Millionen Mal besucht (Quelle: Similarweb).
Originalartikel
Warum junge Menschen nicht wählen
DEUTSCHLANDFUNK
Maja Fiedler 04.03.2026 ·
3 Minuten ·
Deutsch
Die Buzzard-Expert:innen haben diesen Artikel aus über 2.000 Medien für dich recherchiert und zusammengefasst, damit du in kurzer Zeit einen möglichst umfassenden Blick auf das Thema bekommst.
Mehr...
Zum Artikel