Perspektive
zum Tagesthema vom 24. Dezember 2025
Die 24 lehrreichsten Hintergründe und Erklärstücke des Jahres 2025
Was ist der Sozialstaat – und wie viel kostet er?
Die Perspektive in 30 Sekunden
Die schwarz-rote Bundesregierung ringt um Reformen beim Sozialstaat. Das Sozialstaatsprinzip ist in Deutschland sogar im Grundgesetz verankert. Die Redaktion vom öffentlich-rechtlichen WESTDEUTSCHEN RUNDFUNK (WDR) hat in einem Überblick zusammengestellt, was man darüber wissen muss.
Kern des Sozialstaats sind demnach die Sozialversicherungen. Das sind neben der Arbeitslosenversicherung vor allem die Renten- und Krankenversicherung, aber auch die Pflege- und Unfallversicherung. Davon profitieren auch Menschen mit hohen Einkommen. Außerdem gehören Leistungen wie das Kindergeld, das Elterngeld und das Wohngeld zum Sozialstaat. Es geht also längst nicht nur ums Bürgergeld oder um andere Leistungen für Menschen mit wenig Einkommen.
Der Sozialstaat hilft also den Menschen – er ist aber auch teuer. 2024 wurden laut WDR demnach 1,3 Billionen Euro für Sozialleistungen ausgegeben. Der größte Block bei den Sozialausgaben sind laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Ausgaben für Renten (408 Milliarden Euro) und Pensionen (77 Milliarden Euro). Danach kommen die Ausgaben für die gesetzliche Krankenversicherung mit 325 Milliarden Euro und die private Krankenversicherung mit 31 Milliarden Euro.
Das Geld für das Sozialsystem kommt zu ungefähr gleich großen Teilen von den Versicherten über die Sozialabgaben, von den Arbeitgebern und vom Staat. Die Sozialausgaben in Deutschland sind in den vergangenen Jahren laut WDR deutlich gestiegen. Die Menschen müssen also von ihrem Einkommen immer mehr Geld für die Sozialleistungen aufbringen. Auch für den Staat kosten die Sozialleistungen viel Geld. Deswegen werden nun viele Ideen diskutiert, wie man sparen kann.
Anmerkung der Redaktion
Der WESTDEUTSCHE RUNDFUNK (WDR) ist die größte der neun öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten der ARD. Der WDR hat seinen Sitz in Köln und ist die Landesrundfunkanstalt für das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Intendantin ist Katrin Vernau. Er entstand 1956, als sich der NWDR in den NDR und den WDR aufteilte. Als Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks finanziert sich der WDR über den Rundfunkbeitrag und unterliegt dabei strengen Auflagen. Die Sendeanstalt hat sechs Radioprogramme und einen Fernsehsender, zu deren bekanntesten Programmen unter anderem der Radiosender „1 Live“, die „Sportschau“ oder das Kinderangebot „Die Sendung mit der Maus“ gehören. Laut eigenen Angaben ist der Sender nach Anzahl der Beschäftigten das zweitgrößte Medienunternehmen Europas hinter der britischen BBC. Laut einer Media-Analyse (ma Audio 2025 II) erreichen alle Radiosender des WDR zusammen rund 8 Millionen Zuhörer:innen jeden Tag. Der Webauftritt des WDR hatte im März 2026 laut Similarweb rund 16,3 Millionen Besuche zu verzeichnen.
Originalartikel
Merz will Sozialstaat umbauen - Antworten auf eure Fragen
WESTDEUTSCHER RUNDFUNK (WDR) 01.09.2025 ·
8 Minuten ·
Deutsch
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