Perspektive

zur Debatte vom 25. Oktober 2026
Muss Künstliche Intelligenz (KI) stärker kontrolliert werden?
Pro

Wir sollten die Kontrolle darüber behalten, wie sich die Dinge entwickeln

Die Perspektive in 30 Sekunden

Der KI-Experte und -Kritiker fordert, nicht allein Technologieunternehmen über die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) bestimmen zu lassen. In einem Kommentar für das US-Wirtschaftsmagazin FORBES erinnert er daran, dass die möglichen Gefahren von KI bereits seit rund 75 Jahren öffentlich diskutiert werden.

Mann warnt vor allem vor der Macht, die durch immer leistungsfähigere KI-Systeme entstehen kann. Wenn solche Systeme selbstständig Ressourcen beschaffen, Entscheidungen treffen und ihren Einfluss ausweiten könnten, würde es schwieriger, sie unter menschlicher Kontrolle zu halten. Für den KI-Experten steht fest: Eine Technologie, die eigenständig Macht gewinnen und ausüben kann, ist ein politisches Problem – und letztlich auch ein verfassungsrechtliches. In der Geschichte der Menschheit habe sich immer wieder gezeigt, dass eine derart konzentrierte Macht in den Händen von einzelnen Menschen gefährlich ist. Daher braucht es in seinen Augen unbedingt Mechanismen, um die Macht über KI zu kontrollieren und zu begrenzen.

Als Lösung schlägt Mann vor, die Zuständigkeiten auf mehrere unabhängige Stellen zu verteilen. Eine Stelle soll die Regeln festlegen, eine zweite sie umsetzen und eine dritte unabhängig prüfen, ob die Regeln eingehalten werden und welche Folgen die Entscheidungen haben. Dieses Prinzip ähnelt der Gewaltenteilung in einer Demokratie. Zusätzlich braucht es Mann zufolge eine unabhängige Kontrollinstanz, die KI-Systeme stoppen oder Entscheidungen anfechten kann. Nur mit solchen Mechanismen könne die Entwicklung von KI im Interesse der Gesellschaft bleiben.

Anmerkung der Redaktion

ist Tech-Manager und KI-Experte. Er ist Vizechef beim französischen Technologiekonzern Thales und beschäftigt sich dort unter anderem mit künstlicher Intelligenz und digitaler Transformation.  Besonders bekannt ist Mann für das Konzept der „Artificial Integrity“. Damit beschreibt er die Idee, dass künstliche Intelligenz nicht nur intelligent und leistungsfähig, sondern auch ethisch und gesellschaftlich verantwortungsvoll entwickelt und eingesetzt werden sollte. 2024 veröffentlichte er das Buch „Artificial Integrity: The Paths to Leading AI Toward a Human-Centered Future“. Für seine Arbeit im Bereich digitales Denken und künstliche Intelligenz wurde er 2025 mit dem Digital Thinking Award von Thinkers50 ausgezeichnet.

FORBES ist eines der weltweit bekanntesten Wirtschaftsmagazine. Die Zeitschrift aus New York erscheint jede zweite Woche und ist bekannt für ihre jährlichen Ranglisten, in denen die weltweit reichsten und einflussreichsten Menschen der Welt ermittelt werden. FORBES vertritt in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht eher konservative Haltungen. Chefredakteur Steve Forbes hat beispielsweise US-Präsident Barack Obama wegen seiner sozialeren Gesundheitspolitik mit Wladimir Iljitsch Lenin verglichen. Laut Similarweb erreicht die Website von FORBES knapp 55.8 Millionen Besuche pro Monat (Stand: Oktober 2026).

Originalartikel
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12.09.2026 · 3 Minuten · Englisch
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🔓 Zum Redaktionsschluss war der Originalartikel frei verfügbar