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Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollte Cannabis legalisiert werden?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Psychiater: Cannabiskonsum schädigt vor allem junge Gehirne

Die Perspektive in 30 Sekunden

„Eine Cannabis-Legalisierung wäre ein Menschenversuch mit hochriskantem Ausgang“, warnt der Psychiater Rainer Matthias Holm-Hadulla im Interview mit dem Magazin CICERO. Denn Cannabiskonsum habe enorme Risiken für „irreversible Hirnschäden“.

 So könne man bei regelmäßigem Konsum nachweisen, dass die sogenannte Amygdala schrumpft. Die Amygdala sei der Teil des Hirns, der Emotionen steuere, erklärt Holm-Hadulla. „Regelmäßige Cannabis-Konsumenten werden also langfristig apathisch und leiden unter Motivationsproblemen“, schlussfolgert der Psychiater. In der Praxis falle ihm außerdem auf, dass Patient:innen, die regelmäßig Cannabis konsumieren, an Gedächtnisstörungen leiden. Das führt Holm-Hadulla darauf zurück, dass der Konsum den Hippocampus schädigt. Der Hippocampus ist eine Hirnregion, die Gedächtnisinhalte speichert.

 Daher spricht sich der Psychiater klar gegen eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland aus. Denn Blicke in Staaten, die Cannabis legalisiert haben, zeigen laut Holm-Hadulla: Mit der Legalisierung steige auch der Konsum massiv an. „In Holland wird wesentlich mehr gekifft als in Deutschland“, betont er. Eine Legalisierung würde daher dazu führen, dass auch Jugendliche leichtfertiger zu Cannabis greifen, so der Mediziner. Und das hätte fatale Folgen für deren Psyche und Sozialfähigkeit.

Anmerkung der Redaktion

Der CICERO ist ein monatlich erscheinendes Politikmagazin, das im dritten Quartal 2025 in einer verkauften Auflage von rund 52.000 Exemplaren (IVW) erschienen ist. Damit ist die Auflage im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen, liegt aber noch deutlich über den Werten vor 2024. Der CICERO ist 2004 von Wolfram Weimer gegründet worden, der bis 2010 Herausgeber war. Das Magazin gilt als traditionell konservatives Medium. Schwerpunkte der Berichterstattung liegen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur. Das GOETHE-INSTITUT befindet, die Redakteur:innen zielten vor allem auf eine akademische Leser:innenschaft. Seit der Chefredaktion von Christoph Schwennicke und Alexander Marguier mehren sich auch Stimmen, die dem Magazin vorwerfen, inhaltlich nach rechts gerückt zu sein. Schwennicke ist im Januar 2021 aus der Redaktion ausgestiegen. Die TAZ und das Medienmagazin MEEDIA sehen den ehemaligen Kultur-Ressortleiter Alexander Kissler (seit August 2020 bei der NZZ) als treibende Kraft hinter diesem Rechtsruck. MEEDIA befindet, Kissler schreibe Texte, „für die das Label konservativ schon fast euphemistisch ist“; die TAZ sieht ihn an der Grenze zum Rechtspopulismus. ÜBERMEDIEN kennzeichnete den CICERO 2019 als „für ganz links zu rechts, für ganz rechts zu mittig“. Im Mai 2025 sorgte das Magazin für Kontroversen, als es einen vertraulichen Bericht des Verfassungsschutzes über die Einstufung der AfD als rechtsextremistische Organisation veröffentlichte.

Originalartikel
„Kiffen schrumpft das Hirn“
CICERORainer Matthias Holm-Hadulla
18.12.2016 · 5 Minuten · deutsch
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