Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollte eine Verantwortungsgemeinschaft neben der Ehe eingeführt werden? ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN
Zukunftsforscher: Die Mehrheit der Deutschen wollen die Ehe mit Trauschein
Die Perspektive in 30 Sekunden
Dass die Ehe nicht mehr zeitgemäß sei, ist schlichtweg falsch, meint Zukunftsforscher Horst Opaschowski. Er hat in einer aktuellen Untersuchung herausgefunden: Die Ehe wird die Rechtsform der Zukunft bleiben, berichtet das REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND (RND).
Opaschowski hat in einer repräsentativ durchgeführten Umfrage 18- bis 34-Jährige nach ihrer Meinung gefragt. 57 Prozent der Befragten stimmt dabei folgender Aussage zu: „Die Ehe mit Trauschein und Kindern wird in Zukunft das erstrebenswerteste Lebensmodell sein.“ Bei älteren Generationen dominieren laut Opaschowski wertkonservative Einstellungen und damit auch die Zustimmung zur Ehe: Fast drei Viertel der über 65-Jährigen halten laut der Umfrage am klassischen Ehemodell fest. Deshalb meint Opaschowski: Die Ehe hat ihre Weltschätzung und ihren Leitbildcharakter nicht verloren. Ganz im Gegenteil: Gerade die jüngere Generation halte an dem Zukunftswunsch fest und wolle so leben wie ihre Eltern.
Dass nun auch die jüngere Generation die Ehe befürworte, liege auch an COVID-19. „Die junge Generation sehnt sich jetzt auf dem Weg in postpandemische Zeiten nach Stabilität, Sicherheit und sozialer Geborgenheit“, erklärt er. Das Argument, die traditionelle Ehe sei nicht mehr zeitgemäß, ist daher aus Opaschowskis Sicht falsch und spiegele sich in den Fakten nicht wider.
Anmerkung der Redaktion
Horst Opaschowski, geboren 1941, ist Zukunftsforscher und Erziehungswissenschaftler. Er ist darüber hinaus als Berater für Politik und Wirtschaft tätig. So war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Berater in den Regierungen von Willy Brandt, Helmut Kohl und auch Angela Merkel in Bezug auf Zukunftsfragen. Außerdem hatte er von 1975 bis 2006 eine Professur für Erziehungswissenschaften an der Universität Hamburg inne.
Das REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND (RND) ist eine 2013 gegründete überregionale Nachrichtenplattform der Madsack-Mediengruppe mit Hauptsitz in Hannover. Die Chefredaktion haben Sven Oliver Clausen und Eva Quadbeck inne. Das RND ist das Ergebnis von Umstrukturierungen und Sparmaßnahmen bei Lokalmedien. Dabei beliefert das RND mehr als 125 Medienmarken, darunter vor allem Regionalzeitungen, mit überregionalen Inhalten, während die Medien ihre regionalen Inhalte überwiegend eigenständig erstellen. Dazu zählen einerseits Titel von Madsack, wie etwa die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG, die HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG und die MÄRKISCHE ALLGEMEINE ZEITUNG, zusätzlich aber auch Partnermedien wie der KÖLNER STADTANZEIGER, die NEUE WESTFÄLISCHE und die WESTDEUTSCHE ZEITUNG. Eigenen Angaben zufolge erreichen die Medien des RND damit eine Gesamtreichweite von 7,2 Leser:innen (Stand 2025). Laut der Plattform Similarweb hatte der Webauftritt des RND im Februar 2026 rund 3,6 Millionen Besuche zu verzeichnen. Größter Einzelaktionär von Madsack ist die ddvg (Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft), die sich vollständig im Besitz der SPD befindet. Diese Beteiligung sorgt regelmäßig für Debatten über möglichen parteipolitischen Einfluss auf Medienunternehmen. Eine große Beteiligung hält außerdem die Tochter des Madsack-Gründers, Sylvia Madsack.
Originalartikel
Mehrheit der jungen Deutschen will Ehe und Kinder
REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND (RND)
Horst Opaschowski 29.08.2021 ·
1 Minuten ·
deutsch
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