Perspektive

zur Debatte vom 11. Mai 2025
Schützt man die Demokratie, wenn man die AfD verbietet?
Contra

Die anderen Parteien müssen die AfD kleinregieren, nicht verbieten

Die Perspektive in 30 Sekunden

zeigt sich gegenüber einem möglichen AfD-Verbotsverfahren skeptisch. „Was wäre das für eine Demokratie, die ein Viertel der Wählerstimmen für ungültig erklärt?“, fragt der Chefredakteur bei der Tageszeitung MÜNCHNER MERKUR.

Anastasiadis zeigt sich zwar ebenso überzeugt, dass die AfD „gesichert rechtsextremistisch“ ist. Aber ein Verbotsfahren könnte genauso gut scheitern. Die AfD wiederum könnte sich wieder als Opfer darstellen. Der MERKUR-Chef sieht stattdessen vor allem die neue Bundesregierung von CDU, CSU und SPD in der Pflicht.

„Der richtige Weg, demokratisch unangreifbar mit der AfD fertig zu werden, ist, die Probleme zu lösen, die Menschen dazu bringen, ihre Wahlstimme den Rechtsextremen zu schenken“, fordert Anastasiadis und mahnt: „Auf dem Spiel steht die beste Staatsform, die es je auf deutschem Boden gab.“

Anmerkung der Redaktion

 ist Journalist und Chefredakteur des MÜNCHNER MERKUR. Er hat sein Volontariat bei der Lokalredaktion ISAR-LOISACHBOTE absolviert und Volkswirtschaftslehre in München studiert. Im Jahr 2000 übernahm Anastasiadis die Leitung der Wirtschaftsredaktion des MÜNCHNER MERKUR und wurde 2016 Chefredakteur.

Der MÜNCHNER MERKUR ist eine bayerische Tageszeitung mit Sitz in München und wurde 1949 gegründet. Der MÜNCHNER MERKUR und sein Boulevard-Ableger, die TZ, gehören zur Mediengruppe des westfälischen Verlegers . Zum Ippen-Verlag gehören außerdem etwa die Titel FRANKFURTER RUNDSCHAU und WESTFÄLISCHER ANZEIGER. Der Ippen-Konzern stand 2021 in der Kritik, weil Verlagschef Dirk Ippen eine kritische Berichterstattung seines verlagseigenen Investigativ-Teams über den umstrittenen Ex-BILD-Chefredakteur verboten hatte. Die politische Grundhaltung des MÜNCHNER MERKUR wird etwa vom Medienmagazin KRESS und der TAZ als konservativ verortet. Der MERKUR gilt in Bayern als Gegenstück zur eher liberalen SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, wobei diese auflagentechnisch im städtischen Raum dominiert; der MERKUR hat aufgrund vieler Lokalausgaben in vielen ländlichen Gebieten hingegen eine Monopolstellung inne. Die Watchblogs ÜBERMEDIEN und der BILDBLOG haben in der Vergangenheit kritisiert, dass es zur journalistischen Praxis des MERKURS gehöre, mit reißerischen Überschriften Reichweite zu generieren. Der MERKUR hatte zuletzt eine verkaufte Auflage von rund 165.000 Exemplaren (IVW Q1/2026). Somit ist die Auflagenzahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum angestiegen. Das zugehörige Onlineportal MERKUR.DE verzeichnete im April 2026 rund 71,1 Millionen Besuche (Quelle: Similarweb). Auf der Internetseite lassen sich investigative Hintergrundberichte neben lokalen, nationalen und internationalen Themen finden. MERKUR.DE zählt zu Deutschlands reichweitenstärksten Nachrichtenportalen und ist Teil des IPPEN.MEDIA-Netzwerkes. Dieses erreicht monatlich mehr als die Hälfte der deutschen Onlinenutzer. Chefredakteur des MERKUR ist .

Originalartikel
Verbot wäre ein demokratischer Offenbarungseid: Schwarz-Rot muss die Rechtsextremen kleinregieren
MÜNCHNER MERKURGeorg Anastasiadis
03.05.2025 · 2 Minuten · Deutsch
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