Perspektive
zur Debatte vom 20. August 2025
Steht mit einem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt die Demokratie auf dem Spiel? Contra
Man hat immer die Chance, in vier Jahren wieder anders zu wählen
Die Perspektive in 30 Sekunden
Die in Teilen rechtsextreme AfD kann bei den Landtagswahlen im Herbst zwar auf einen Sieg hoffen. Für Robert Schneider ist das aber kein Grund zur Sorge. Der Chefredakteur der Boulevardzeitung BILD kann daher auch nicht verstehen, warum viele Medien mit so viel Sorge auf die Wahlen blicken.
Wahlen sind in seinen Augen die wichtigsten Ereignisse in einer Demokratie. Solange sie korrekt ablaufen, können ihre Ergebnisse in seinen Augen nicht falsch sein, denn sie geben ja das Abstimmungsverhalten der Bürger:innen wieder. Deswegen hält er es auch für Panikmache, wenn Medien wie aktuell das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL oder die Wochenzeitung DIE ZEIT vor einem AfD-Sieg und den möglichen Konsequenzen warnen.
Schneider fragt sich in diesem Zusammenhang, ob die Medien tatsächlich so große Ängste spüren oder bewusst Ängste schüren wollen. Er jedenfalls ist davon überzeugt, dass das Land mit den Wahlergebnissen im kommenden Monat zurechtkommen wird. „Schließlich kann jedes Wahlergebnis bei der nächsten Wahl korrigiert werden“, betont er.
Anmerkung der Redaktion
Robert Schneider ist Journalist und seit 2023 Chefredakteur bei der BILD. Zuvor war er stellvertretender Chefredakteur für unter anderem die B.Z. Später war er Chefredakteur bei den Burda-Zeitschriften SUPERILLU und GUTER RAT und später beim FOCUS. Schneider startete bereits nach dem Abitur bei der BILD in Leipzig und wurde dort früh Ressortleiter.
Die BILD ist eine Tages- und Boulevardzeitung des Axel-Springer-Verlags mit Sitz in Berlin und die auflagenstärkste Tageszeitung in Deutschland. Sie erschien erstmals 1952, Chefredakteure sind aktuell Marion Horn und Robert Schneider. Die verkaufte Auflage der BILD wird seit 2005 nur zusammen mit der B.Z. BERLIN ausgewiesen und lag im ersten Quartal 2026 bei rund 919.000 Ausgaben, was einen massiven Einbruch seit der Jahrtausendwende darstellt. Die BILD bezeichnet sich selbst als überparteilich; andere Medien, wie beispielsweise das Internetportal EUROTOPICS, bezeichnen das Blatt als politisch konservativ. Der britische GUARDIAN urteilte im Juli 2020, BILD sei von folgenden Grundsätzen durchzogen: pro-amerikanisch, pro-Nato, pro-israelisch, pro-Kapitalismus, für Sparmaßnahmen, anti-russisch und anti-chinesisch. Der frühere Chefredakteur Julian Reichelt musste 2021 nach Vorwürfen des Machtmissbrauchs und unangemessener Beziehungen zu Mitarbeiterinnen seinen Posten räumen. Der Springer-Verlag entließ ihn nach internen Untersuchungen und neuen Hinweisen endgültig. Die Berichterstattung der BILD ist seit Jahrzehnten Gegenstand zahlreicher öffentlicher Diskussionen und Kritik. Sie ist die Zeitung, die mit Abstand am häufigsten vom deutschen Presserat – der Freiwilligen Selbstkontrolle der Print- und Onlinemedien in Deutschland – gerügt wird, weil sie in ihrer Berichterstattung gegen die Bestimmungen des Pressekodex verstößt. Seit 1986 wurden über 300 Rügen ausgesprochen, die BZ auf Platz 2 hat im Vergleich unter 50 Rügen. Die Rügen betreffen oft Verstöße gegen den Opferschutz und die Wahrheitspflicht. In ihrer Geschichte musste sich die BILD bereits häufig wegen Falschinformationen und Hetzkampagnen vor Gericht verantworten. Die Website der BILD verzeichnete im April 2026 rund 208,6 Millionen Besuche (Quelle: Similarweb).
Originalartikel
Warum ich keine Angst vor den Wahlen habe
BILD
Robert Schneider 16.08.2026 ·
1 Minute ·
Deutsch
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