Debatte
Klett & Buzzard: Debatte des Monats
Steht mit einem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt die Demokratie auf dem Spiel?
Am 6. September 2026 wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Selten hat eine deutsche Landtagswahl für so viel Aufmerksamkeit gesorgt. Die AfD führt die Umfragen mit Werten um die 42 Prozent deutlich an. Sie gilt in dem Bundesland als gesichert rechtsextrem – und könnte mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund erstmals einen AfD-Ministerpräsidenten stellen.
Die AfD ist in den ostdeutschen Bundesländern mittlerweile mit Abstand die stärkste Kraft. Eine Koalition mit den extremen Rechten lehnen die anderen Parteien jedoch ab. In Sachsen-Anhalt könnte es jetzt zu einer Alleinregierung reichen, wenn die AfD die absolute Mehrheit erreicht, also mehr als die Hälfte aller Stimmen erzielt. Das ist auch das erklärte Ziel von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. In einem 100-Tage-Sofortprogramm will die Partei dann unter anderem mehr Abschiebungen umsetzen, eine Arbeitspflicht für Asylbewerber:innen einführen, die Gelder für Stiftungen und Demokratieprogramme kürzen und Regenbogenflaggen an Schulen verbieten. Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL nannte Siegmund gerade erst den „gefährlichsten Mann Deutschlands“. Bei einem Sieg mit absoluter Mehrheit wäre es das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass eine extrem rechte Partei die Regierungsverantwortung ausübt.
Auch in bundesweiten Umfragen ist die AfD seit Monaten mit Abstand stärkste Kraft. Vor allem konservative Kreise kritisieren schon lange, dass die anderen Parteien die AfD von demokratischen Prozessen ausschließen. Stimmen aus dem linken Spektrum sehen die AfD jedoch als Gefahr für die Demokratie. Viele sprechen sich daher auch für ein Verbotsverfahren aus. Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt dürften die Diskussionen noch zunehmen. So stellt sich die Frage: Steht mit einem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt die Demokratie auf dem Spiel?
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