Perspektive
zur Debatte vom 05. Juli 2026Verdienen Politiker einen besonderen Schutz vor Beleidigungen?
CDU-Ministerin: „Wir brauchen kein Sonderrecht für Politiker“
Die Perspektive in 30 Sekunden
In der linken TAGESZEITUNG (TAZ) spricht sich Sachsens Justizministerin
„Politiker sollen genauso gegen Beleidigung geschützt sein wie alle anderen Bürger auch, nicht mehr, aber auch nicht weniger“, fordert Geiert. Sie will also nicht, dass Politiker:innen zukünftig ohne Strafe beleidigt werden dürfen. Allerdings sollten ihrer Meinung nach nicht so viele Äußerungen zur Anzeige gebracht werden. „Als Politiker müssen wir mehr aushalten als andere“, denkt sie. Bei einfachen Beleidigungen wie „Schwachkopf“ stelle sie keinen Strafantrag.
„Ich bin für ein Recht auf Schimpfen – in Grenzen“, stellt Geiert ihre Position dar. Strafbar sollten Aussagen in ihren Augen erst dann sein, wenn eine Person erniedrigt oder die Menschenwürde verletzt wird. Als drastisches Beispiel nennt sie die Grünen-Politikerin Renate Künast, die als „Drecks-Fotze“ beleidigt worden sei. Noch schlimmer seien allerdings Drohungen. „Die halte ich für viel gefährlicher als Beleidigungen“, betont die Justizministerin.
Anmerkung der Redaktion
Die TAGESZEITUNG (TAZ) ist eine überregionale deutsche Tageszeitung mit Hauptsitz in Berlin. Sie wurde 1978 als alternative, selbstverwaltete Zeitung gegründet – unter anderem vom Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele. Die Zeitung hat sich besonders in ihrer Anfangszeit an Linke, Studierende, Grüne und die Hausbesetzer-Bewegung gerichtet. Erklärtes Ziel der TAZ ist es seither, eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Sie gehört heute zu den zehn größten überregionalen Tageszeitungen in Deutschland, mit einer verkauften Auflage von rund 33.000 Exemplaren (3/2025, IVW). Seit Oktober 2025 erscheint die TAZ unter der Woche nur noch digital, lediglich die Wochenendausgabe wird noch gedruckt. Die Webseite der TAZ verzeichnete im März 2026 17,2 Millionen Zugriffe monatlich (Quelle: Similarweb). Das Goethe-Institut verortet die TAZ als „grün-linkes“ Blatt und betont besonders die oft sehr kritische Berichterstattung der Zeitung. Die TAZ hat sich online gegen Bezahlschranken entschieden und gibt Lesenden auf ihrer Website freiwillig die Option, zu zahlen. Außerdem bietet sie ein reguläres Abonnement mit drei unterschiedlichen Preisstufen in einem sogenannten „Soli-Preis-System“ an, bei dem Abonnent:innen selbst entscheiden können, wie viel sie zahlen. 1980 beschloss die Belegschaft der TAZ die erste Frauenquote Deutschlands (52 Prozent aller Planstellen in jedem Bereich). 2014 wurde die TAZ zu einer Entschädigungszahlung dafür verurteilt, dass sie eine Volontariatsstelle nur für Frauen ausgeschrieben hatte und männliche Bewerber damit laut Urteil diskriminierte. Die TAZ hat neben einigen journalistischen Preisen auch mehrere Rügen des Presserats erhalten. Sie wird seit 1992 genossenschaftlich herausgegeben, um unabhängig von großen Medienunternehmen zu bleiben. Jährlich findet eine Generalversammlung statt, an der jedes der zuletzt über 25.000 Mitglieder teilnehmen kann. Die Chefredaktion teilen sich
DIE TAGESZEITUNG (TAZ)
Constanze Geiert
Christian Rath